REFLEX-Studie:
Prof. Adlkofer arbeitet für die VERUM-Stiftung für Verhalten und Umwelt
in München. Er hat in der REFLEX-Studie (2003) das Gesundheitsrisiko elektromagnetischer Felder (EMF) dahingehend untersucht,
ob EMF ein Risiko für die Gesundheit der Menschen darstellen. Das REFLEX-Projekt
verfolgte deshalb das Ziel herauszufinden, ob für eine solche Annahme die
Voraussetzungen auf zellulärer oder molekularer Ebene überhaupt erfüllt
sind. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte man sich weitere Kosten für
die Erforschung gesundheitsschädlicher biologischer Wirkungen von EMF sparen.
An dem Studienprojekt beteiligten sich 12 Arbeitsgruppen, verteilt über
ganz Europa. Untersucht wurde "eine relativ kleine Anzahl von kritischen
zellulären Ereignissen, nämlich Genmutationen, Deregulation der Zellproliferation
und des programmierten Zelltodes, Apoptose genannt, und als Ursache oder
Folge dieser Ereignisse Modifikationen der Gen- und Proteinexpression.
All diese Ereignisse müssen zusammenwirken, wenn es zur Krankheitsentstehung
kommen soll. ... Ausgangshypothese war, dass [die Arbeitsgruppen] trotz
Einsatz modernster Untersuchungstechniken nicht in der Lage sein würden,
den Nachweis zu führen, dass EMF das Programm lebender Zellen negativ beeinflussen
kann."
Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Bereits unterhalb der geltenden Sicherheitsgrenzen sind Radiofrequenz-EMF
(RF-EMF) in der Lage, "auf verschiedene Zellsysteme eine gentoxische
Wirkung ausüben. Ob diese gentoxischen Wirkungen auch in vivo nachgewiesen
werden können, ist bis jetzt nicht ausreichend erforscht."
- Ferner war festzustellen, dass "RF-EMF unterhalb der geltenden
Sicherheitsgrenzen fähig sind, in verschiedenen Zellsystemen die Gen- und
Proteinexpression zu modifizieren."
- Es ergeben sich keine überzeugenden Hinweise dafür, dass RF-EMF unterhalb
der geltenden Sicherheitsgrenzen fähig sind, Einfluss auf Proliferation,
Differenzierung und Apoptose von Zellen zu nehmen. Da eine Fehlregulation
der Zellproliferation, der Zelldifferenzierung und der Apoptose die pathophysiologische
Grundlage aller chronischen Erkrankungen wie z. B. Krebs und Alzheimer
ist und bis jetzt zumindest eine indirekte Einflussnahme durch RF-EMF nicht
sicher ausgeschlossen werden kann, muss die Abklärung dieser Fragestellung
im Mittelpunkt zukünftiger Forschung stehen.
- Zusammengefasst ist festzustellen, dass die REFLEX-Daten einen kausalen
Zusammenhang zwischen einer RF-EMF Exposition und der Entstehung chronischer
Erkrankungen oder auch nur funktioneller Störungen keineswegs belegen.
Sie erhöhen jedoch die Plausibilität für eine solche Annahme. Der erreichte
Fortschritt besteht im wesentlichen darin, dass neue Wege aufgezeigt werden,
wie die zukünftige Forschung ausgerichtet sein soll. So lange die Erkenntnislage
unzulänglich bleibt, sprechen die REFLEX-Daten dafür, dass das Vorsorgeprinzip
zum Schutze der Bevölkerung von den Entscheidungsträgern in Industrie und
Politik anerkannt werden sollte."
Hier eine Zusammenfassung
der REFLEX-Studie.
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