Orebro (Schweden) - Prof.
Lennart Hardell von der
Universität Orebro untersuchte
mit seinen Kollegen
über 400 Patienten, die in
der Zeit zwischen 2000 und
2003 an einem Tumor des
Hörnerven oder der Hirnhaut
erkrankten. Er findet
ein zwischen 2-fach bis zu
max. 8,4-fach erhöhtes
Tumorrisiko, wenn die
Patienten längere Zeit mit
einem Schnurlostelefon
oder einem Handy telefoniert
haben. Das Risiko fiel
um so höher aus, je länger
die regelmäßige Nutzung
dauerte. Der höchste Wert
gilt für eine Dauer von über
15 Jahren. Auffällig ist, dass
auch Telefone nach der älteren
Analogtechnik ein deutlich
erhöhtes Risiko verursachen.
Die Studie wurde im Jahr
2005 in der Zeitschrift
Neuroepidemiology veröffentlicht
und wird von den
Ergebnissen der inzwischen
veröffentlichten Teile der
Interphonestudie bestätigt,
wenngleich die Risikoerhöhungen
bei der Interphonestudie
nicht so deutlich
ausfielen. Dies mag
daran liegen, dass bei der
Interphonestudie im Gegensatz
zu der Untersuchung
durch Prof. Hardell ein
Mobiltelefonnutzer definiert
wurde als eine Person,
die lediglich mindestens
einmal pro Woche mobil
telefoniert. Prof. Hardell
fasste diese Kriterien enger
und untersuchte Personen,
die häufiger telefonierten
(mindestens ein Telefonat
täglich).
Fazit: Deutlich erhöhtes Hirntumorrisiko
bei Nutzung von Mobiltelefonen
in Schweden. Tumorrisiko
vor allem bei Langzeitnutzung.
Übersetzung der Kurzfassung der Studie:
Wir führten eine Fallkontrollstudie über die Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen hinsichtlich des Risikos für Gehirntumore durch.Wir berichten über die Ergebnisse von 413 gutartigen Hirntumorfällen (89% Antwortrate), 305 Meningeome, 84 Hörnerventumore, 24 andersartige Tumortypen sowie von 692 Kontrollfällen (84% Antwortrate). Für Meningeome ergab sich für analoge Telefone ein relatives Risiko (OR) von 1,7, 95% Konfidenzintervall (CI) = 0,97 - 3,0, und ein Anstieg bei einer mehr als zehnjährigen Latenzperiode auf eine OR = 2,1, 95% CI = 1,1 - 4,3. Auch digitale Mobiltelefone und Schnurlostelefone erhöhten das Risiko in einem gewissen Ausmaß. Für Hörnerventumore ergab sich bei analogen Telefonen eine OR von 4,2, 95% CI = 1,8-10, bei einer mehr als 15-jährigen Latenzperiode stieg dieses Risiko an auf OR = 8,4, 95% CI 1,6 - 45, wobei allerdings die Fallzahlen niedrig sind. Bei digitalen Telefonen ergab sich eine OR von 2,0, 95% CI 1,05 - 3,8, für Schnurlostelefone war die OR nicht signifikant erhöht. In der multivariaten Analyse stellten analoge Telefone einen bedeutsamen Risikofaktor für Hörnerventumore dar. Copyright 2005 S. Karger AG, Basel.